23. Dezember 2007
»Grauburgunder Traube«
Foto: Michael.O
© Michael.O / PIXELIO
Die winterlichen Festtage rücken näher. Da gönnt sich jeder gern etwas Gutes. Weihnachten ist das Fest des Schmausens, Silvester das des fröhlichen Zechens.
Gute und reichliche Mahlzeiten, Essen und Trinken nach Herzenslust, sind hierzulande für viele kein Luxus. Das Problem liegt eher darin, sich zu zügeln und auf Gesundes und Figurfreundliches zu beschränken.
Bliebe es bei diesen festlichen Einmaligkeiten, läge der Akzent auf der Frage des rechtzeitigen Einsatzes von Alka Selzer und Magenbitter, dem Umgang mit Völlegefühl und Kater.
Vorbei die Zeit, da man Kindern noch Reserven anfütterte, um sie gegen die Nöte von Hunger, Dürre und schlechten Zeiten gefeit zu machen. Aus der Mode gekommen ist der »Embonpoint«, wörtlich übersetzt »am guten Punkt«, ein beschönigendes Wort für den würdevollen Bauch. Auch die füllige Matrone ist kein Aushängeschild mehr für den Wohlstand ihres Ehemannes.
Schlankheit kann lebensverlängernd sein, weil Herz, Gefäße und Gelenke geschont werden. Alkohol kann lebensverkürzend sein, weil die Leber übermäßig strapaziert wird. Aber Alkohol hat noch eine andere fatale Eigenschaft, die man ihm gar nicht anmerkt: Alkohol macht dick.
»Wein«
Foto: Brigitte Schregle
© invisible / PIXELIO
Alkohol – C2H5OH – hat Kalorien. Setzt er sich doch aus den gleichen energetischen Bestandteilen zusammen, die auch in Zucker – C6H12O6 – und Stärke – C6H10O5 – den klassischen Energieträgern, enthalten sind. Nun sollte man annehmen, dass man beim Genuss trockenen Weines, der nur geringe Mengen an Restzucker hat, seiner Figur dadurch wenig Schaden zufügen kann. Doch nicht unmittelbar durch die Kalorien werden wir dicker, wenn wir viel Alkoholisches trinken, sondern durch eine andere Eigenschaft des Alkohols: Er ist für unseren Körper ein Gift, das durch die Entgiftungszentrale, die Leber, eliminiert werden muss. Die Leber ist aber auch für den Fettabbau zuständig. Da der Abbau des Alkohols vordringlich ist, muss das Fett warten. So kommt es, dass der Vorrang der Entgiftung der Fettverbrennung entgegensteht. Das Fett wird also zur gelegentlichen Abrufbarkeit in den Fettzellen eingelagert. Man wird somit dicker.
Die Leber arbeitet vornehmlich nachts. Wenn sie Alkohol abbaut, geht dies auf Kosten anderer Dickmacher, die der zivilisierte Mensch in der entspannten Atmosphäre von Festlichkeit und Feierabend zu sich genommen hat. Weil deren Verarbeitung zurückgestellt wird, schläft man trotz Bettschwere weniger gut durch nach reichhaltigen Tafelfreuden mit großzügigem Alkoholverzehr.
Wer den Wein schätzt zur Abrundung kultivierten Genusses, sollte dies beherzigen: Die Leber benötigt, um sich zu erholen, eine alkoholfreie Pause von zwei aufeinanderfolgenden Wochentagen.