3. Dezember 2007
Von Hartmut Dresia
»Schwäbisch Hall - Impression«
Foto: Uwe Steinbrich
© uwest / PIXELIO
Malecha gilt als spröde und steht im Ruf, nur ungern persönliche Daten preiszugeben. Sein schriftstellerisches Werk ist überschaubar, bekannt sind die beiden Kurzgeschichten von 1955 und 1956, bekannt ist »Moderne Lyrik«, eine Anthologie für den Schulgebrauch, erstmals veröffentlicht 1962 bei Diesterweg. Zu anderen möglicherweise veröffentlichten Texten will Herbert Malecha keine Angaben machen.
Er verbringt seine Tage - so seine Worte - in Muße mit Würde. Noch heute unterstützt der Gymnasialprofessor im Ruhehstand den »Freundeskreis alter Haller Pennäler e.V., Gymnasium bei St. Michael«. Dieses Gymnasium war die Stätte seiner Lehrtätigkeit. Dort unterrichtete er nach seinem Staatsexamen 1953 in Deutsch, Englisch und Geschichte bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1985.
Herbert Malecha wurde am 27. August 1927 in Ratibor, Schlesien, geboren. Sein Vater, ein Beamter, wurde nach Berlin versetzt, daher ging Malecha zunächst dort in die Schule. Die Familie kehrte noch vor 1939 nach Ratibor zurück und Herbert Malecha wurde 1943, noch keine 16 Jahre alt, Luftwaffenhelfer, im Oktober 1944 kam er in den Reichsarbeitsdienst und wurde noch im selben Jahr Wehrmachtssoldat an der Ostfront.
»Schwäbisch Hall - Figur an der Kirche St. Michael«
Foto: Uwe Steinbrich
© uwest / PIXELIO
Er geriet in amerikanische Gefangenschaft, wurde aber schon im Juni 1945 entlassen. Von Thüringen aus floh er vor den Russen nach Bayern. Bei österreichischen Verwandten forschte er nach dem Verbleib von Mutter und Bruder, wurde aber aus dem Land ausgewiesen. Er führte ein unstetes Leben, arbeitete zeitweise als Land-, Bau- und Fabrikarbeiter, als Bibliothekar, Vertreter und in anderen Berufen.
Sesshaft wurde Herbert Malecha dann in Württemberg. Er legte 1947 die Abiturprüfung ab. Sein Studium absolvierte er von 1948 bis 1953 in Tübingen. Nach seinem Referendariat wurde er 1955 Studienassessor in Schwäbisch Hall.
Später wurde er ernannt zum Gymnasialprofessor, einer Amtsbezeichnung im höheren Schuldienst, die in Baden-Württemberg und Bayern bis in die siebziger Jahre vergeben wurde.
Herbert Malecha sieht sich selbst nicht als Dichter. Lobt man seine Kurzgeschichten, so reagiert er mit Unbehagen. Beim Schreiben von »Die Probe« habe er sich an der Frage orientiert, was er selbst gerne lesen würde; Kleist und Hemingway seien seine Vorbilder gewesen. »Prohaske und das große Leben« ist nach seiner Meinung nicht so gut geraten. Wohl eher identifiziert er sich mit »Moderne Lyrik – eine Anthologie für den Schulgebrauch«.
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Herbert Malecha, »Prohaske und das große Leben«
Dietrich Schäckermann, Interpretation am Textbeispiel »Die Probe«